Auf in den Herbsturlaub!

Jetzt Hotels & Parkplätze am Flughafen buchen

Mehr von Holiday Extras

Holiday Extras auf Facebook   Google+   Twitter   YouTube Channel   Urlaubsblog   Instagram   Pinterest  

Kategorien

Like uns

Newsletter

Jetzt zum Newsletter anmelden

Abonnieren Sie jetzt den exklusiven Holiday Extras Newsletter und verpassen Sie keine Rabatte & Aktionen mehr!

Anmelden

Der Holiday Extras-Blog bei TRAVELBOOK BlogStars

Unterwegs in der Geisterstadt Pluckley

In Kent auf Geisterjagd

Geisterstadt Pluckley


Pluckley ist ein kleines Dörfchen im idylischen Kent, England. Hierhin verschlägt es mich auf einer Dienstreise. Mit 3 weiteren Kollegen wage ich an einem verregneten Abend, das was sich nur wenige trauen: Ein Besuch des "Most Haunted Village in Kent".


Geisterstadt Pluckley

Ruinen der St. Mary's Church

Auf geht die Geisterjagd!

Als wir losfahren ist es noch hell. Im Internet haben wir bereits allerhand über Pluckley recherchiert. Wir haben sogar so viel gelesen, dass es im Bauch langsam vor Aufregung anfängt zu kribbeln. Ein bisschen Adrenalin hat auf einer Geisterjagd noch nie geschadet.

St Mary's Church

Noch bevor wir Pluckley erreichen, müssen wir halten. Wir fahren an einer Kirchenruine vorbei. Die Ruine sieht schon von der Straße zu gruselig aus, um sie nicht genauer zu inspizieren.

St. Mary's Church wurde im Zweiten Weltkrieg wohl eher unabsichtlich zerbombt. Im Internet finden wir keine Anhaltspunkte darüber, dass hier schon mal die berühmten Gepsenster Pluckley's gesichtet wurden. Einzig: Ein unerklärlicher Nebel hüllt oft nur die Kirche, nicht aber das Umland, ein.

Geisterstadt Pluckley

St. Mary's Church: Seht Ihr die graue Gestalt am Fuße der Ruine? Neben der Parkbank. Das könnte ein Grabstein sein. Oder etwas anderes. Wir erinnern uns leider nicht mehr. ;-)

Geisterstadt Pluckley Friedhof

Friedhof der St. Mary's Church


Die St. Mary's Church ist der perfekte Ort, um in einen Gruselabend einzusteigen. Jeder Baum, jeder Fels, jedes kaputte Fenster und jedes Steingrab wird zum mysteriösen Fotomotiv.


Geisterstadt Pluckley fenster

Ruinen der St. Mary's Church

Geisterstadt Pluckley Friedhof

Wiesen um die St. Mary's Church

Pluckley im Überblick

Es ist immer noch hell. 18 Uhr. Pluckley scheint komplett ausgestorben. Ein paar Gehöfte, Schafe, keine Menschen auf der Straße. Wir schauen uns um. Unser Hauptziel ist die St. Nicholas Church. Hier soll es ganz besonders arg spuken. Insgesamt gibt es allein in Pluckley 12 regelmäßig spukende Geister. Im näheren Umland sind es noch mehr. Pluckley hat sich damit bereits einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde als "Most Haunted Village in England" verdient. Mittlerweile begnügt man sich aber wieder damit, Pluckley zumindest in der Region Kent als "gespenstischstes Dorf" zu bezeichnen.

The Red Lady

Die Red Lady spukt rund um die St. Nicholas Church. Ewig auf der Suche nach ihrem verlorenen Kind, das in einem der nicht gekennzeichneten Gräber liegt. Das Kind starb noch vor der Taufe. Warum man sie die Red Lady nennt, bleibt ein Geheimnis, dass uns auch Dennis Chambers, der berühmteste Gespenster-Experte Pluckleys, nicht offenbaren kann.

The White Lady

Dieser Geist scheint geradezu erpicht darauf zu sein, gesichtet zu werden. Kein Wunder! Wunderschön soll die White Lady gewesen sein. Als sie, Frau von Lord Dering, jung starb, wurde sie in einem luftdichten Grab mit einer Rose auf der Brust begraben. Noch immer spukt sie um das ehemalige Anwesen der Derings. Noch öfter erscheint sie aber im Inneren der St. Nicholas Church, stets in der Nähe des ehemaligen Familiengrabs. Und genau hier finden wir sie später auch tatsächlich...

St. Nicholas Church

Obwohl es noch taghell ist, schleichen wir fast schon auf Zehenspitzen um die St. Nicholas Church. Manche von uns starren extra lange auf Fenster und Türen in der Hoffnung zumindest einen Schatten oder etwas anderes gespenstisch-absonderliches zu entdecken. Anderen von uns reichen allein die gelesenen Geschichten, um mit eher gesenktem Blick des Weges zu gehen.

Geisterstadt Pluckley Friedhof

Freidhof der St. Nicholas Church


Die White Lady bereitet uns Kopfzerbrechen. Sie wird sowohl am alten Anwesen der Dering-Familie, als auch rund um das Kirchengelände gesichtet. Unklar aber ist, ob es sich dabei jeweils um die gleiche White Lady handelt.


Geisterstadt Pluckley Friedhof

Gruselige Tür an der St. Nicholas Church

Und dann passiert es!

Einer meiner Kollegen erschrickt. Da war doch eindeutig eine weiße Gestalt hinter dem Kirchenfenster zu sehen...

The Black Horse

Wir haben erstmal genug von Friedhöfen und Kirchen. Geisterjagd macht ganz schön hungrig. Das einzige Pub in Pluckley ist nicht zu übersehen. "The Black Horse" bewegt sich optisch bereits von Außen zwischen mysteriös und einladend zugleich. Es ist offensichtlich, dass auch dieses Pub eine bewegte Geschichte haben muss. Im Pub ist nichts los. Ausgerechnet heute wird der Laden früher zugemacht. Wir werden in ein Restaurant ein Dorf weiterverwiesen. Freundlicherweise stattet man uns aber noch mit einem Haunted Pluckley Manual von Dennis Chambers aus.

Übrigens: Auch das "Black Horse" soll das Zuhause eines fleißigen Poltergeistes sein. Seit Jahrzehnten lässt er regelmäßig Gegenstände aus der Gaststätte verschwinden, nur um sie dann an einen mehr als offensichtlichen Ort wieder abzulegen.

Geisterstadt Pluckley Black Horse

Das Black Horse Pub in Pluckley

The Miller

Mit dem Manual von Dennis Chambers ausgestattet, fühlen wir uns wieder mutiger. Wir machen einen Spaziergang zur alten Mühle. Erfrischenderweise bricht auf der Strecke dorthin der Himmel auf. Eine Schafherde grast auf einer Anhöhe von der man weit übers Land schauen kann. Die Grusel-Atmosphäre lassen wir für einen Augenblick hinter uns.

1939 wurde die Mühle von Pluckley in einem Gewitter zerstört. Seitdem wird sie von einem Geist der verstorbenen Müller heimgesucht. Zumeist ist vor einem neuen Gewitter, ein schwarzer Schatten zu beobachten, der über die Ruinen der Mühle kriecht.

The Colonel of Parkwood

Kein Gewitter, kein Gespenst in Sicht. Von der Mill Site blickt man nach Parkwood. Hier soll The Colonel sein Unwesen treiben. Einst gab es dort einen Wald. Vor 15 Jahren wurde dieser zum Zwecke der Landwirtschaft dem Erdboden gleich gemacht. Der Colonel soll sich im ehemaligen Parkwood an einem Baum erhängt haben. Er zählt zu den eher freundlichen Geistern. Ruhelos wiederholt er seinen letzten Weg ohne sich an anderen Wanderern zu stören oder Aufruhe zu erregen. Vielleicht sind wir ihm sogar begegnet ohne es zu wissen?

Surrenden Dering

Wir gehen Essen. Draußen wird es endlich Dunkel und wir schmökern weiter in unserem Manual und erfahren noch so einiges über die Dering-Familie.

Die meisten Geister Pluckleys können mit der Adelsfamilie The Derings in Verbindung gebracht werden. Ihr altes Anwesen hat eine bewegt-schockierende Geschichte hinter sich und wird gleich von mehreren Geistern immer wieder heimgesucht. Zuletzt bewohnt wurde es von Walter Winan im Zweiten Weltkrieg. Walter Winan war ein reicher Amerikaner, der sein Leben der Jagd widmete. Er und sein Personal wurden immer wieder von der White Lady heimgesucht. An einem Weihnachtsabend lauerte Walter ihr auf, um dem Spuk endgültig ein Ende zu bereiten. Die White Lady erschien in seiner Bibliothek, doch seine abgefeuerten Schüsse gingen einfach durch sie hindurch. Die Bibliothek war seitdem als "Ghost Room" bekannt. Selbst die tapfersten Soldaten konnte man im Krieg nicht dazu überreden dort zu nächtigen. Das letzte große Feuer, dass das Anwesen schließlich zerstörte, soll ebenso das Werk eines dort ansässigen Poltergeistes gewesen sein.

Das Ende

Es ist dunkel geworden. Nebelig und regnerisch. Ein perfekter Geisterabend. Auf dem Weg zurück nach Pluckley diskutieren wir wild im Auto. Die Straße zurück nach Pluckley ist unbeleuchtet. Durch dicken Nebel fahren wir durch einen schwarzen Tunnel. In der Ferne ist kein Licht zu erkennen, das auf menschliche Bewohner schließen lässt. Vor uns liegt ein schwarzes Loch und wir werden von dickem Nebel eingehüllt. Die Diskussionen im Auto werden hitziger: Was wenn uns jetzt tatsächlich etwas Übernatürliches passiert? Wie lebt man damit dann weiter?

An den Ruinen der St. Mary's Church drehen wir im Sinne der Gruppe wieder um. Pluckley's Geister werden heute Nacht ihr Unwesen ohne uns treiben müssen.

Auch zurück im Hotel ebben die Diskussionen nicht ab. Die einen klagen über eine verpasste Chance. Die anderen sind glücklich sich ihren Glauben daran, dass es für Geister immer eine wissenschaftliche Erklärung gibt, bewahrt zu haben.

Wie hättet Ihr entschieden?


Ein Holiday Extras Blogbeitrag von Desiree Cornet, Münchner Online Redakteurin mit Surf- und Film-Leidenschaft!
comments powered by Disqus