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Silvester weltweit Silvesterbraueche


Feuerwerk ist nicht die einzige Art das neue Jahr zu begrüßen...


1. Deutschland – Mit großem Knall ins neue Jahr

Glitzernde Raketen und lauter Böller. Wie in den meisten europäischen Ländern ist es auch in Deutschland der Brauch, das neue Jahr mit einem pompösen Feuerwerk zu begrüßen. Ursprünglich wollten die Germanen mit lautem Krach die bösen Geister zum Jahreswechsel vertreiben. Als Glücksbringer für das neue Jahr gelten das vierblättrige Kleblatt und der Schornsteinfeger. Das Glücksschwein aus Marzipan und der Glückspfennig stehen für Reichtum und Wohlstand. Das Hufeisen soll das eigene Heim schützen. Und der Marienkäfer gilt als Schutz für Kranke und Kinder. Um die Zeit bis zum neuen Jahr zu verkürzen gibt es so einige weiter Traditionen zu Silvester. Besonders beliebt ist auch das Bleigießen. Dabei wird das Blei auf einem Löffel über einer Kerzenflamme erhitzt. Sobald dieses flüssig ist, wird es mit einer Handbewegung in eine Schüssel mit kaltem Wasser geschüttet. Das erkaltende Blei bildet dabei eine Figur. Anhand kann angeblich die Zukunft und das Glück für das kommende Jahr vorhergesagt werden. Als weitere Tradition gilt die legendäre Fernsehsendung “Dinner for one”. Typische Silvesterspeisen in Deutschland sind Raclette oder Fondue. Aber auch die Linsensuppe gilt als beliebtes Essen am Silvesterabend. Sie hat lange Tradition und soll für finanziellen Wohlstand im neuen Jahr sorgen. Süß wird es mit leckeren Krapfen, welche es zur Jahreswende in vielen verschiedenen Ausführungen gibt. Getrunken wird häfig Feuerzangenbowle. Auf das neue Jahr stoßen die Deutschen mit einem Glas Sekt oder Champagner mit den Worten “Prosit Neujahr” an.


2. China – Neues Jahr, neues Glück

In China wird, anders als in vielen Ländern, der 31. Dezember nicht gefeiert. Das chinesische Neujahrsfest “Chunjie” berechnet sich nach dem Mondkalender. Dadurch fällt es auf den Neumond zwischen dem 21. Januar und 21. Februar. 2019 beginnt das Jahr des Erd-Schweins am 5. Februar. Am Vorabend beginnt eine große Vökerwanderung, was regelmäßig ein großes Verkehrschaos im Land auslöst. Die ganze Familie versammelt sich zu einem gemeinsamen Abendessen. Tradition ist es, vor Beginn des Neujahrfestes das Haus mit Bambuszweigen zu putzen. Es soll böse Geister vertreiben und alte Lasten im vergangenen Jahr lassen. Wichtig ist, dies vor dem Neujahrstag zu machen, da man sonst das Glück mit hinauskehrt. Um 23 Uhr werden die Fenster geöffnet, damit das Glück auch Einzug halten kann. Um 2 Uhr werden alle Fenster weit geöffnet, dass das Glück Einzug halten kann. Zusätzlich wird neue Kleidung getragen, am besten in der Farbe rot. Das Rot hat dabei eine besondere Bedeutung. Es soll vor dem Ungeheur Nyan schützen, welches die Farbe Rot nicht mochte und durch Krach in die Flucht geschlagen werden kann. So wird das neue Jahr mit großem Feuerwerk und festlichen Umzügen begrüßt. Die Chinesen feiern dann 15 Tage lang bis zum Laternenfest. Unverheiratete besitzen eigene Bräche: Sie werfen Mandarinen ins Meer. Diese Tradition verspricht das große Liebesglück.


3. Philippinen – Der Jahreswechsel läuft rund

Auf den Phillipinen geht es rund um gesund ins neue Jahr. Während des Jahreswechsels wird ein Korb mit 12 verschiedenen runden Früchten auf einen runden Tisch gestellt. Diese Tradition soll Glück und Gesundheit bringen. Jede Frucht steht dabei für einen Monat. Gepunktete Kleidung und das verteilen von Münzen im Haus soll Geldsegen bringen. Aber es gibt noch andere Silvesterbräuche. An die Tür kommt ein Strang Weintrauben. Dieser bleibt bis zum nächsten Silvester hängen und soll Glück bringen. Kinder springen an Silvester möglichst oft in die Luft. Das soll das Wachstum anregen. Die Waschmaschine bleibt am 1. Januar bei den Philippinen aus. Faul sein ist angesagt, denn laut Aberglaube findet sonst ein Haushaltsmitglied im neuen Jahr den Tod. Das große Silvesteressen gibt es auf den Philippinen erst nach Mitternacht. Es ist Brauch, viel zu essen, damit es auch im neuen Jahr immer genug zu essen gibt. Dabei dürfen vor allem zwei Gerichte nicht fehlen. "Pancit" sind lange Nudeln und stehen für ein langes Leben. "Biko" ist eine Nachspeise aus klebrigem Reis. Dadurch soll das Glück an einem "kleben" bleiben.


4. Brasilien – Im Mittelpunkt steht das Wasser

Die Brasilianer feiern Silvester am Strand. Kein Wunder, herrschen dort doch traumhafte Temperaturen. Traditionell feiern sie den Jahreswechsel in Weiß. Die weiße Kleidung symbolisiert Glück und Frieden. Aber nicht nur die Kleidung ist wichtig, sondern auch was man darunter trägt. Weiße Unterwäsche soll ein harmonisches Jahr bringen, rote die große Liebe. Und wer sich einen Geldsegen wünscht, der trägt gelbe Wäsche. Die gleiche Bedeutung tragen die Farben der Kerzen, welche am Strand in den Sand gesteckt werden. An Silvester feiern die Einwohner nicht nur ein neues Jahr, sie gedenken auch der Meeresgöttin "Yemanjá". Um Mitternacht werfen sie Blumen und kleine Schiffchen beladen mit Süßigkeiten und Kerzen ins Meer. Damit ehren sie die Göttin des Meeres. Sie soll die Wünsche im neuen Jahr erfüllen. Das Ritual stärkt zudem die Beziehungen und sorgt für Fruchtbarkeit. Wer um Mitternacht am Strand über sieben kleine Wellen springt, darf sich etwas für das neue Jahr wünschen. Gesprungen wird auch bei einem weiteren Brauch. Wer dreimal mit einem vollen Sektglas in der Hand in die Luft springt und dabei keinen Tropfen verschüttet, verhindert, dass schlechte Dinge aus der Vergangenheit im neuen Jahr wiederkehren. Zum Essen gibt es "fejoada", ein traditioneller Bohneneintopf, der Wohlstand verspricht. Auch die Art des Fleisches hat besondere Bedeutung. Nach 12 Uhr wird Schweinefleisch serviert. Das nach vorne wühlen der Schweine bringt gute Energie für's neue Jahr. Geflügel wird dagegen gemieden, da Truthähne und Hühner nach hinten scharren. Nach dem Aberglauben des Brasilianer bringen sie die Probleme des alten Jahres ins neue Jahr.


5. Griechenland – Spielerisch zu mehr Glück

In Griechenland ist es Tradition, dass Kinder am 31. Dezember gruppenweise von Haus zu Haus gehen. Sie tragen dabei die Neujahrs-Kalanta vor. Dabei überbringen sie dem Hausherrn die gute Nachricht von der Ankunft des neuen Jahres. Als Belohnung gibt es für die Kinder Geld und⁄oder Süßigkeiten. Oft werden ihnen "Kourampiedes" serviert. Dies ist ein mürbes Feiertagsgebäck. Bei den Erwachsenen dagegen erwacht zum neuen Jahr die große Spiellust. Ob zu Hause oder im Kasino, ob Karten- oder Würfelspiele - in Griechenland werden im neuen Jahr mehrere Millionen verspielt. Wer gewinnt, soll das ganze Jahr Glück haben. Wer verliert, kann zumindest auf Glück in der Liebe hoffen. Auch Geld, welches im Vasilópita (Basiliusbrot) eingebacken wird, bringt demjenigen Glück, welcher beim Verzehr eine Münze findet. Das Brot wird um Mitternacht, nach der Kreuzigung der Pita, vom Hausherrn in dreieckige Stücke geschnitten. Von Bedeutung ist ebenfalls, wer nach Mitternacht als erstes das Haus betritt. Kommt ein Familienmitglied oder eine befreundete Person mit Geschenken durch die Tür, bedeutet das Glück. Unglück bringt dagegen ein Fremder ohne Mitbringsel. Eine weitere Tradition ist das Platzenlassen eines Granatapfels vor dem Haus. Das Glück soll sich wie die Kerne der Frucht überall ausbreiten.


6. Schottland – Shortbread, Haggis und Whisky

© uckyo – fotolia.com

Neues Jahr bedeutet bei den Schotten lange Feiern mit viel Whisky. Das Neujahrsfest heißt in Schottland "Hogmanay". Es ist eine Mischung aus dem heidnischen Fest zur Wintersonnenwende und dem Yulefest der Wikinger. Das Feiern fängt am Silvesterabend an und dauert oft bis in die Morgenstunden des 2. Januars. Tradition ist es, bei den Feiern "Black Bun" zu servieren. Dies ist ein überbackenes Früchtebrot. Auch "Haggis" gehören in Schottland mit dazu. Diese gefüllten Schafsmägen verspeisen die Schotten mit reichlich Whisky. Was in Amerika der Eierpunsch ("Eggnog") ist, ist in Schottland der "Hot Pint". Dieser besteht aus Starkbier, Eiern und – wer hätte das gedacht – Whisky. Pünktlich um Mitternacht stoßen die Schotten gemeinsam an, küssen sich und singen gemeinsam das alte keltische Lied "Auld Lang Syne". Wie in Griechenland bringt auch in Schottland die erste Person, die nach Mitternacht das Haus betritt, Glück oder Unglück mit. Diese besondere schottische Tradition ist das "first footing", bei dem ein guter Freund oder Nachbar als Erster im neuen Jahr über die hauseigene Türschwelle tritt. Im Idealfall wird ein Stück Kohle, Shortbread und natürlich Whiskey mitgebracht. Je schneller sie den ersten Schritt des neuen Jahres in die Wohnung setzen und umso angenehmer der Überbringer, desto mehr Glück bringt dies mit sich.


7. Spanien – Trauben sind des Glückes Schmied

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An Silvester essen und trinken die Spanier meist im Familienkreis. Auf den Tisch kommen Meeresfrüchte, Schinken und Rinderfilet. Dazu wird guter Wein getrunken. Nach dem gemeinsamen Essen mit der Familie, verlagert sich die Fiesta auf die Straße. Um Mitternacht wird dann zu jedem Glockenschlag eine Weintraube gegessen um Wünsche in Erfüllung gehen zu lassen. Maßgebend sind dabei die Glockenschläge der Rathausuhr in Madrid. Sind beim 12. Glockenschlag noch nicht alle Trauben verspeist, droht einem Unglück im neuen Jahr. Da es dabei Erstickungstode gab, dauern die Glockenschläge der Madrider Rathausuhr jeweils 3 Sekunden. So ist insgesamt 36 Sekunden lang Zeit, die 12 Trauben zu essen. Die spanischen Supermärkte bieten kurz vor Neujahr extra Döschen mit 12 abgezählten Trauben an. Ein weiterer Silvesterbrauch in Spanien ist es, um Mitternacht ein Glas Sekt zu trinken. In diesem ist ein goldener Ring, um das Glück positiv zu stimmen. Frauen tragen an Silvester und Neujahr rote Unterwäsche. Dies verheißt viel Leidenschaft im neuen Jahr. Noch besser ist es, rote Dessous geschenkt zu bekommen. Dieser Brauch verspricht dann feurige Leidenschaft und große Liebe im neuen Jahr.


8. Russland – Mit dem richtigen Essen zu mehr Glück

© petrrgoskov – fotolia.com

Die Russen feiern Neujahr zweimal. Grund dafür sind zwei in Russland verbreitete Kalender. Nach dem gregorianischen Kalender feiern die Russen in der Nacht vom 31. Dezember auf den 1. Januar. Dieser Kalender ist auch bei uns in Europa gültig. Der julianische Kalender findet im orthodoxen Russland Anwendung. Hier läutet die Nacht vom 12. auf den 13. Januar ein neues Jahr ein. Eine weitere Besonderheit ist, dass man gleich 11 Mal auf das neue Jahr anstößt. Denn in Russland gibt es 11 verschiedene Zeitzonen. Anders als in Europa, feiern die Russen Silvester zeitlich vor Weihnachten. So tanzt die Familie an Silvester um die Jolka, den Weihnachtsbaum. Kinder sind oft als Schneeflocke oder Häschen verkleidet. Sie tragen Gedichte vor, singen und rufen nach Väterchen Frost. Dieser ist unserem Nikolaus ähnlich und bringt an Neujahr die Geschenke. Im Mittelpunkt des russischen Jahreswechsel steht das Essen. Dazu werden klassisch Borschtsch und Kutya gegessen, welche für Hoffnung stehen. Letzteres ist ein porridgeähnliches Gericht aus Weizen- und anderen Getreidekörnern. Wer im neuen Jahr mehr Freude und Erfolg will, setzt beim Essen auf Honig und Mohn. Eine große Tradition haben auch die "Pelmeni". Diese Teigtaschen werden unterschiedlich befüllt. Wer eine Münze findet, dem sei Wohlstand garantiert. Wer ein Püppchen in seinem Pelmeni findet, dem steht Nachwuchs ins Haus. Ist die Teigtasche nur mit Hackfleisch gefüllt, hat dies keinerlei Bedeutung. Kurz vor Mitternacht schreibt man seinen sehnlichsten Wunsch auf ein Stück Papier und zündet dieses an. Die Asche gibt man dann in ein Glas Champagner. Ist das Glas bis Punkt Mitternacht ausgetrunken, geht der Wunsch in Erfüllung.


9. Bulgarien – Mit Schlägen Neujahr begrüßen

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Die Bulgaren beginnen das neue Jahr mit Schlägen. Ein Ast des Kornelkirschbaums wird bunt geschmückt. Dieser heißt "Surwatschka". In der Silvesternacht und am Neujahrstag gehen die Kinder von Haus zu Haus. Mit der "Surwatschka" schlagen sie den Hausbewohnern auf den Rücken. Dies soll Gesundheit und Reichtum bringen. Am ersten Tag im neuen Jahr verkleiden sich Männer als Ungeheuer, so genannte "Kukeri". Sie tanzen in großen Gruppen und vertreiben dadurch böse Geister und schrecken Vampire ab. Durch dieses Brauchtum wollen sich die Bulgaren im neuen Jahr reiche Ernte und Wohlergehen sichern.


10. Polen – Lass das Glück zum Fenster herein

Silvester feiern die Polen nicht so groß und ausgiebig wie Weihnachten. Dennoch gibt es ein paar Silvesterbräuche. Am 31. Dezember putzen die Polen auf keinen Fall die Wohnung. Denn damit verscheuchen sie das Glück. Um Mitternacht öffnen sie alle Türen und Fenster. Damit lassen sie die guten Geister ins Haus. Um das neue Jahr zu begrüßen, ziehen die Polen um Punkt Mitternacht alle Uhren auf. Wer im neuen Jahr einen vollen Geldbeutel will, muss an Silvester einen gut gefüllten Kühlschrank haben. Und auch für Single-Frauen gibt es die ein oder andere Tradition: Zum Jahreswechsel streuen sie sich Mohn in ihren Schuh. Die Anzahl der Mohnkörner steht für die Zahl der künftigen Verehrer. Wer in Polen auf einer Party ist, verfolgt die Gespräche der Gäste nach Mitternacht aufmerksam. Der erste männliche Name, der in den Gesprächen fällt, soll der zukünftige Ehemann sein. So wissen sie zumindest schon den Vornamen.


Ein Artikel von Kathrin Bendner. Alpenpanorama und Wandertouren lassen ihr Herz höher schlagen.
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